Sozialkunde/Wirtschafts- und Sozialkunde (5)

 

Grundlage für die Fächer Sozialkunde/Wirtschafts- und Sozialkunde ist der gleichnamige Rahmenlehrplan für die Berufsschule und die Berufsfachschule des Landes Berlin  (https:bildungsserverberlin-brandenburg.de). Dieser ist seit dem Schuljahr 2012/13 gültig.
              
Auszug aus dem Plan: „… der vorliegende Rahmenplan weist einen Pflicht –, einen Wahlpflicht und einen Wahlbereich auf. Die sechs Module des Pflichtbereichs sind grundsätzlich verbindlich für alle Berufsschulen und Berufsfachschulen. Ausnahmen hiervon können in Berufen vorgesehen werden, in denen einzelne Inhalte durch andere Fächer/Lernfelde abgedeckt werden. Schulinterne Absprachen der Fachbereiche sind hierzu zwingend notwendig.“

Dieser Verpflichtung kommt der Fachbereich nach, indem für alle betroffenen Bildungsgänge schulinterne Stoffverteilungspläne erarbeitet wurden. Sie sind das Ergebnis intensiver Abstimmungen mit den betroffenen Lernfeldern und Fachbereichen und werden laufend aktualisiert.                     
Darüber hinaus wurden die zu vermittelnden Inhalte in „Gemeinsamen Vereinbarungen“ zwischen unserem Fachbereich mit den anderen Lernfeldern/Fachbereichen für jeden Bildungsgang verbindlich fixiert.                            
In besonderer Weise gilt das für prüfungsrelevante Stoffinhalte. Exemplarisch ist im Folgenden der schulinterne Stoffverteilungsplan für die Servicekraft für Schutz-und Sicherheit einsehbar (Link).

Die Fächer werden in der Berufsschule und in der Berufsfachschule in zwei, partiell auch in vier Wochenstunden unterrichtet.

Gleichbedeutend mit den inhaltlichen Schwerpunkten wird Wert auf kritische Urteilsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Bereitschaft zu politischem und gesellschaftlichem Engagement gelegt. Da bestimmte Schlüsselqualifikationen im Berufsleben und im allgemeinen gesellschaftlichen Umfeld eine immer größere Bedeutung gewinnen, werden diese insbesondere im Fach Sozialkunde durch soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, eigenständige Problemlösung und verantwortliches Handeln gefördert.

Bereichert wird der Unterricht durch Exkursionen, durch Projekte, durch die Nutzung externer Angebote sowie der  Einladung außerschulischer Personen und Institutionen. Die Schülerinnen und Schüler können sehr viele Angebote nutzen (Pergamon/DHM, Haus der Wannseekonferenz, Besuch der Gedenkstätte in Hohenschönhausen, Topographie des Terrors, Haus Kreisau, Schwarzkopf-Stiftung, EU-Kompaktkurs, Schülerfahrt nach Brüssel, Projekte anlässlich von Wahlen, Bildungsurlaub in Flecken Zechlin, Exkursion zum RBB und vieles andere).

Konkrete Beispiele finden Sie unter Aktivitäten in Form von Schülerbeiträgen.

Geschichte

Täglich sind wir von Geschichte, die uns prägt und unser Handeln (unbewusst) beeinflusst, umgeben. Geschichte ist aber auch immer unterschiedlichen Deutungen und Interpretationen unterworfen. Daher ist es elementar, ein gewisses Geschichtsbewusstsein zu entwickeln. Der Rahmenlehrplan des Landes Berlin formuliert dieses Ziel wie folgt:

„Für die kompetente Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft und in der sich vernetzenden Welt ist Geschichtsbewusstsein unabdingbar. Zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts ist es deshalb, bei Schülerinnen und Schülern die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins zu fördern. Geschichtsbewusstsein meint die deutende Verschränkung der Wahrnehmung von Vergangenheit mit der Orientierung in der Gegenwart und den Erwartungen für die Zukunft.“

Um dieses Ziel erreichen zu können, nehmen unsere SchülerInnen verpflichtend an zwei Semestern Geschichte teil, können Ihre Kompetenzen allerdings in zwei weiteren Semestern ausbauen. In drei Stunden pro Woche werden mit Hilfe von Quellenanalysen, Sachtexten, Grafiken, Karikaturen, Filmen, Comics usw. zunächst Inhalte erarbeitet, die sich mit Demokratie und Diktatur in der Zwischenkriegszeit auseinandersetzen. Die jeweiligen Vorgaben bzgl. der Abiturprüfungen (Link) werden als Schwerpunktthemen übernommen. Dabei steht eine multiperspektivische Betrachtungsweise im Mittelpunkt, die die SchülerInnen im Verlauf des Unterrichts befähigen soll, ein fundiertes Sach- und Werturteil fällen zu können. Mit Blick auf das Abitur werden in diesem Zusammenhang verschiedene Prüfungsformate erarbeitet. Es handelt sich hierbei nicht mehr nur um die klassische Quellenanalyse. Auch die Interpretation von Sachtexten und die Verfassung einer eigenen historischen Argumentation werden erlernt. Im zweiten Semester steht die bipolare Welt nach 1945 im Fokus, die mithilfe der folgenden Inhalte erarbeitet wird: Teilung, Systemintegration, Opposition, Internationale Rahmenbedingungen, die beiden deutschen Staaten: Verfassungsordnung, Menschenrechte, Alltag; Auflösung der Blockbildung. In den darauffolgenden Semestern wird ein zeitlicher Sprung in die Vergangenheit gewagt. Nachdem man die Grundlagen der modernen Welt in Antike und Mittelalter kennengelernt hat, folgen Gesellschaft und Staat im Zeitalter der Aufklärung.

Thematisch passend finden mehrstündige bis eintägige Exkursionen oder Projekte statt. Innerhalb der Schülerbeiträge finden Sie diesbezüglich Beispiele. Zudem unterstützen wir sehr umfangreich unsere SchülerInnen bei der Erstellung ihrer Präsentationen im Rahmen der fünften Prüfungskomponente und bei der Teilnahme an Geschichtswettbewerben.

Politikwissenschaft

 

Politische Bildung gehört zu den zentralen Aufgaben der Berliner Schule. Sie soll junge Menschen befähigen, „ihre Verantwortungsrolle als Bürger/-innen in der Demokratie anzunehmen“ (Eckwerte zur Politischen Bildung, Berlin 2002, S. 3) und ihre Gegenwart und Zukunft aktiv zu gestalten.

Dieses Zitat aus dem Rahmenlehrplan Politikwissenschaft des Landes Berlin macht deutlich, dass der Politikunterricht unerlässlich ist und eine wichtige Rolle in der schulischen Sozialisation spielt. Denn nur wer ein gewisses Maß an politischer Bildung erlangt hat, kann seine Rechte und Pflichten, die zur Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft beitragen, wahrnehmen und erfüllen. Hierfür wird im Unterricht zunächst gemeinsam mit den SchülerInnen der Aufbau des politischen Systems der BRD erarbeitet. Dabei geht es nicht nur um das Wahlrecht und die Zusammensetzung des Bundestages, sondern auch um den Alltag der Abgeordneten, die Entstehung von Gesetzen oder die Rolle des Bundespräsidenten/ der Bundespräsidentin. Im Vergleich mit den Systemen anderer Länder werden Vor- und Nachteile herausgearbeitet.

Damit das historisch-politische Wissen aus der Sekundarstufe I reaktiviert und Lücken mit Blick auf den Geschichtsunterricht in der Qualifikationsphase geschlossen werden können, findet zudem eine Auseinandersetzung mit der Geschichte Deutschlands und seinen europäischen Nachbarn statt. Zudem wird in Form eines Projektes eine historische Zeitleiste erarbeitet, die nicht nur Ereignisse oder wichtige Personen aufführt, sondern auch auf Erfindungen, politische Prozesse, wirtschaftliche Aspekte und kulturelle Entwicklungen eingeht.  Als Vorbereitung besuchen alle Klassen an einem Exkursionstag zunächst die Zentral- und Landesbibliothek und anschließend das Deutsche Historische Museum. Um das Methodenrepertoire der SchülerInnen zu erweitern bzw. zu festigen, werden die Ergebnisse in Kurzvorträgen vorgestellt.

Politische Bildung findet an der Hans-Litten-Schule allerdings auch in verschiedenen außerunterrichtlichen Zusammenhängen statt. Zu unterschiedlichen Themen nehmen die SchülerInnen an Veranstaltungen der verschiedenen Träger politischer Bildung teil, sie besuchen politische Institutionen im Rahmen der Tour d’Europe oder füllen den Europatag mit Leben. Für einen genaueren Einblick lohnt sich ein Besuch auf den nachfolgenden Seiten.