Islamfeindlichkeit in Deutschland? (6)

Herr Dulling, unser Abteilungsleiter für die Gymnasiale Oberstufe, besuchte meine Klasse im Unterricht und informierte uns über eine Diskussionsrunde zur "Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa"

Ich zeigte Interesse an diesem Thema und Herr Dulling lud mich zu dieser Veranstaltung ein, um mir ein eigenes Bild, über die verschiedenen Meinungen zu dieser Problematik, zu verschaffen.

Da ich selbst Muslimin bin, fühle ich mich von der Islamproblematik in der westlichen Welt angesprochen. Herr Dulling arrangierte mit mir und weiteren Schülern ein Treffen. Er stellte uns die notwendigen Informationen für den Besuch der Veranstaltung zur Verfügung und begleitete uns in die Schwarzkopf-Stiftung, welche diese Diskussionsrunde organisierte.

In den folgenden Zeilen möchte ich meine persönliche Meinung zur Veranstaltung mitteilen.

Die Schwarzkopf-Stiftung veranstaltete am 23.05.2013 einen Vortrag über die Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa. Zu Gast war, der Publizist und Journalist der Zeitschrift "Taz", Jörg Lau. Herr Lau beantwortete zunächst persönliche Fragen zur seiner Person und ging dann mit einer persönlichen Stellungnahme auf die Islamfeindlichkeit in Deutschland ein.

Herr Lau hinterfragte kritisch die Integrationspolitik der Bundesregierung und bezeichnete sie als "veraltet und unflexible Leitlinie". Er sprach aus persönlich gemachten Erfahrungen über Immigranten, die enttäuscht die Bundesrepublik verlassen und somit einen Verlust für Deutschland darstellen, da die meisten gut ausgebildete Akademiker sind.

Das Hauptproblem ist darin zu sehen, dass in der Gesellschaft versucht wird, die Migranten nach den bestehenden Wertevorstellungen zu integrieren, statt aus der nun vorhandenen Bevölkerungsstruktur die Gesellschaftsnormen neu zu definieren. Er nannte zudem Statistiken und Zahlen über die Aus- und Zuwanderung von Immigranten und lehnte sich somit an die These an, dass es zurzeit mehr Auswanderer als Zuwanderer in Deutschland gibt.

Nach seiner Rede begrüßte Herr Lau die Fragen der Gäste und beantwortete sie mit eigenen Einschätzungen und Stellungnahmen. Ee stellte heraus, dass die Islamfeindlichkeit teilweise auf die Angst zurückzuführen ist, die sich z.B. nach Attentaten einstellt. Hierbei spielt die Art der Publikation dieser Ereignisse eine wesentliche, negative Rolle, da diese Vorkommnisse ausführlich dokumentiert und dem islamischen Glauben zugeschrieben werden.

Die Tatsache, dass sich die religiösen islamischen Organisationen weitgehend von diesen Anschlägen distanzieren, wird in Presse, Rundfunk und Fernsehen zu wenig gewürdigt. Somit entsteht ein falsches Islambild in der Bevölkerung.

Auf Grund seiner sympathischen und direkten Art entwickelte sich eine angenehme Diskussionsatmosphäre. Es machte Spaß Fragen zu stellen und mit ihm zu diskutieren. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und meiner Meinung nach auch sehr gelungen. Dieses Thema ist sehr komplex und sensibel. Leider ist mein Informationsbedarf nicht mit einer einzigen Versammlung zu stillen. An einer Fortsetzung der Runde wäre ich sehr interessiert. S. H.