Geschichte in der gymnasialen Oberstufe

Für die kompetente Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft und in der sich vernetzenden Welt ist Geschichtsbewusstsein unabdingbar.  Zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts in der gymnasialen Oberstufe der Hans-Litten-Schule ist es deshalb, bei Schülerinnen und Schülern die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins zu fördern.

Um dieses Ziel erreichen zu können, nehmen unsere SchülerInnen am Beruflichen Gymnasium verpflichtend an zwei Semestern Geschichte teil, können Ihre Kompetenzen allerdings in zwei weiteren Semestern ausbauen und das Fach Geschichte in diesem Fall dann auch als 3. Prüfungsfach (schriftlich) oder 4. Prüfungsfach (mündlich) einbringen (s. Tabelle der Prüfungsfachkombinationen). An der Hans-Litten-Schule wurden deshalb jahrgangsübergreifende Kurse eingerichtet, die die Schülerinnen und Schüler, die Geschichte in allen 4 Semestern belegen, in der Reihenfolge 3 - 4 - 1 - 2 des Rahmenlehrplans besuchen. In jedem der vier Semester der Qualifikationsphase ist für das Fach Geschichte jeweils eine 90-minütige Klausur zu schreiben.

Die Schülerinnen und Schüler werden durch den Geschichtsunterricht in der Qualifikationsphase (Q1 – Q4) darin angeregt, offen, kritisch und eigenständig Fragen zu stellen. Auf der Grundlage zunehmend selbstständiger Informationsbeschaffung formulieren sie Sach- und Werturteile. Die Aufforderung zur eigenen Stellungnahme und Urteilsbildung begünstigt bei Schülerinnen und Schülern eine Identitätsbildung, die auch historische Bezüge einschließt. Gemeinsame Werte und Traditionen wie Menschen- und Bürgerrechte sind auch das Fundament für ein Geschichtsbewusstsein, welches sich Europa öffnet und die Globalisierung im Blick hat. Da wir auch SESB-Schule mit der Zielsprache Englisch sind, gibt es in unserem Oberstufenbereich auch spezielle Geschichts-Kurse für SESB-Schüler*innen


Vergangenheit hat eine Gegenwart auch jenseits von Unterricht und Wissenschaft. Erinnern an Vergangenheit und Erzählen über Vergangenes ist Teil der Kommunikation in den Familien und in anderen gesellschaftlichen Gruppen. Auch im kulturellen Gedächtnis (z.B. Museen, Medien) ist Vergangenheit allgegenwärtig und vielfältig: bei Ausstellungen, in Film und Fernsehen, Kunst (Literatur, Malerei, Theater), Architektur und Populärkultur. Historische Sachverhalte werden auch genutzt durch die Geschichtspolitik, z.B. anlässlich von Gedenktagen und -jahren. So gibt es an unserer Schule alljährlich den Hans-Litten- und Europa-Tag, aber auch regelmäßig Projekte als Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage.

Vergangenheit zeigt sich besonders in Berlin und im Land Brandenburg an vielen historischen Orten und in vielen Institutionen, nicht zuletzt auch an unserem eigenen historischen Schulstandort in der Charlottenburger Danckelmannstrasse seit 1908. Diese Vielfalt und der Reichtum des Angebotes werden verpflichtend in unserem Geschichtsunterricht genutzt: Bei vorbereiteten Besuchen außerschulischer Lernorte üben sich Schülerinnen und Schüler in offenen Formen des Lernens, und sie bilden das Bewusstsein für die Geschichtlichkeit des Umfeldes aus.