Unterricht einmal anders

Unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde im vergangenen Jahr eine ca. vierzigminutige Filmdokumentation mit dem Titel „Prävention. Wie die Demokratie gerettet werden soll“ erstellt. Der Film befasst sich mit dem Thema Extremismusprävention und richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene.
Der Film hatte am Dienstag, dem 19.02.2019, in dem Berliner Kino Babylon (Mitte) seine Uraufführung. Dank der Schwarzkopf-Stiftung hatten wir (und eine weitere Klasse der HLS) eine Einladung des Familienministeriums und konnten daran teilnehmen. Frau Bundesministerin Dr. Giffey wollte sich eigentlich den Film mit uns gemeinsam anschauen und im Anschluss mit dem Publikum darüber diskutieren. Leider war sie verhindert und konnte nicht dabei sein. Glücklicherweise waren die Filmemacherin, einige Filmprotagonisten, ein Staatssekretär des Familienministeriums (stellvertretend für die Ministerin) sowie eine Moderation anwesend.

Die Filmdokumentation betrachtete den Extremismus aus verschiedenen Perspektiven. Die verwendete Sprache war an das Zielpublikum angepasst und damit gut verständlich für Jugendliche. Besonders gut fand ich, dass nicht nur über die Flüchtlinge geredet wurde. Auch andere Probleme, die leider heutzutage immer noch auftauchen, reflektierte der Film. Für mich persönlich war diesbezüglich die Ausgrenzung aufgrund einer Religion von Bedeutung.

Einige Filmprotagonisten haben von ihren eigenen Erfahrungen erzählt. Beispielsweise hat eine Frau wegen Plakatierens eine Anzeige bekommen und einige mussten den Hass von anderen Menschen am eigenen Leib spüren. Diese Schilderungen halfen uns dabei, diese Menschen in deren Situationen besser zu verstehen.
Auch erzählte eine junge Frau, Musikerin und ehemalige IS-Anhängerin,
wie sie sich unbemerkt veränderte und immer tiefer gefallen ist. Aber am Ende schaffte sie doch, aus dem Loch heraus zu kommen.
Der Film hat mich einerseits partiell deprimiert, andererseits geschockt. Z. B. wusste ich nicht, dass im 21. Jahrhundert immer noch Menschen von der „Kaiserzeit“ schwärmen. Jedoch war ich froh, dass nicht alle solch ein „Schubladendenken“ haben und es Menschen gibt, die die Welt verändern wollen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Film die Problematik in der Gesellschaft äußerst gut präsentiert hat.

Im Anschluss wurde über den Film geredet, diskutiert und wir konnten Fragen stellen. Ich beteiligte mich und fragte die Regisseurin bzw. die anwesenden Filmbeteiligten, ob sie es schon mal erlebt haben, dass solche Filmdokumentationen einige Menschen positiv im Denken verändert haben. Ihre Antwort war, dass allein ein Film nicht ausschlaggebend für eine Veränderung sei. Hier sei jeder Einzelne bzw. die ganze Gesellschaft gefordert.

Ein wichtiger Satz wurde mir mitgegeben: „Wenn man etwas verändert haben möchte, solle man selbst Hand anlegen und nicht darauf warten!“

Ich bin sehr froh, dass wir die Möglichkeit hatten an dieser Veranstaltung teilzunehmen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Fritzsche von der Schwarzkopf- Stiftung für den Hinweis auf die Veranstaltung und an Frau Köhler vom Kammergericht für die Freistellung für diese.
Nach einem sehr interessanten Diskussionsabend mit Frau Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (Russland und die EU: Eine schwierige Beziehung) im November 2018 war das bereits die zweite „Unterrichtsverlagerung“, die unser Sozialkundelehrer für uns organisierte. Die Klasse würde sich über weitere interessante Veranstaltungen sehr freuen.

Ceren Gündogdu, J811“