Unterricht einmal anders – Julia Ebner, Undercover bei Extremisten

Am 08.11.2018 besuchten Schüler  der E 84 und J 612 mit ihren PW-Lehrern die Veranstaltung „Undercover bei Extremisten: Was steckt hinter der Wut?“ mit Julia Ebner.

Ausgerichtet wurde die Abendveranstaltung von der Schwarzkopf-Stiftung in Berlin Mitte.

Julia Ebner ist eine österreichische Autorin, Extremismus- und Terrorismusforscherin. Um an die Informationen für ihr Buch „Wut: Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“ zu gelangen, hat sie sich in verschiedene Gruppierungen beider Seiten (rechtsextreme und islamistische Gruppen) eingeschleust.

„Islamisten und Rechtsextreme verfolgen beide dieselben Ziele. Beide setzen dabei auf die Technik der strategischen Polarisierung. Beide wollen unsere Gesellschaft spalten in homogene Blöcke. Es sind sogar dieselben Blöcke. Und dass ein Endkampf zwischen denen ausgetragen wird, ist ebenfalls eine von beiden geteilte Überzeugung. Beide kämpfen dafür, die kulturelle, religiöse und nationale Vielfalt in Europa rückgängig zu machen“, so Julia Ebner, Extremismus- und Terrorismusforscherin. Frau Ebener erzählte außerdem darüber wie ist war,  undercover zu arbeiten.

Ich fand die Veranstaltung sehr interessant, weil sie Einblicke in das Verhalten von extremen Gruppierungen ermöglichte.

Andre‘ Schulz (E 84)

 

Nach dem Anschlag von Paris entschloss sich Julia Ebner zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit dem Thema Extremismus, da sie den Eindruck hatte, dass sich die beiden extremen Lager gegenseitig hochschaukelten. Hierfür schleuste sie sich selbst in rechtsextremistische und islamistische Netzwerke in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein. Ihre Erfahrungen veröffentlichte sie in dem Buch „Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“. Die Schüler*innen der J612 waren sehr an dem Thema interessiert und nahmen daher an einer Veranstaltung der Schwarzkopf-Stiftung am 08.11.2018 teil.

 

Nachdem Frau Ebners beeindruckender Lebenslauf kurz thematisiert wurde, ging es um ihre Vorgehensweise und ihre Erkenntnisse, die sie im Laufe der Recherche gesammelt hatte. Aus ihrer Sicht überschneiden sich die Weltbilder der beiden Lager stark und das Ziel der Rechtsextremisten und der Islamisten ist eigentlich gleich. Beide Strömungen wollen eine Destabilisierung der demokratischen Strukturen erreichen.

 

Da die anschließende Diskussion sehr durch eine eher akademische Sprache geprägt war, konnten gerade jüngere Gäste, die die Mehrzahl der Gäste bildeten und interessiert waren, leider kaum folgen. Als durch Fragen unsererseits das Augenmerk auf andere Aspekte gelegt wurde, wurde der Austausch allerdings reger und Fragen, die allen Schüler*innen unter den Nägeln brannten wurden nachvollziehbar beantwortet. Und so lernte man noch einiges über die digitalen Strategien der einzelnen Gruppen und den Umgang mit selbigen.

 

Charlene K.