Im Mittelmeer werden die Menschenrechte missachtet

Seit Monaten erreichen uns dramatische Berichte aus der Mittelmeerregion, es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über Rettungsmaßnahmen berichtet wird. Gleichzeitig wird die Migrationspolitik verschärft und die Arbeit freiwilliger Helfer wird erschwert.

Die Schüler*innen der E-81 beschäftigten sich im Rahmen des Politikkurses mit den unterschiedlichen Perspektiven der Parteien in Bezug auf die Flüchtlingspolitik und probierten in einem Inselspiel selbst aus, wie man Politik und den Umgang mit Flüchtlingen gestalten kann. Passend dazu nahm die Klasse an einer Veranstaltung der Schwarzkopf-Stiftung am 10.10.2018 teil, die aufgrund der großen Nachfrage dieses Mal in der Humboldt-Universität stattfand.

Eingeladen war Kapitän Dr. Klaus Vogel, der nicht nur mit der Aquarius etliche Rettungseinsätze bestritten hat, sondern auch der Gründer des Netzwerkes SOS Mediterranee ist. Sehr eindrücklich schilderte er die Arbeit auf den Rettungsschiffen und nahm Stellung zu der momentanen italienischen Politik, die die Arbeit der Helfer stark einschränkt. Schiffe dürfen nicht in Häfen einlaufen oder verlieren auf politischen Druck ihre Flagge und können dadurch nicht mehr in See stechen.

In der sehr gelungenen Diskussion wurde deutlich, dass Dr. Vogel und seine Mitstreiter die Situation der Flüchtlinge in ihrem Heimatland nicht ändern können, aber sie können verhindern, dass Menschen sterben. Für die Lenkung von Migrationsströmen oder die Verbesserungen der Lebensbedingungen sind politische Veränderungen und kluge Strategien notwendig, die wir als wählende Bürger auch beeinflussen können.

Für die Schüler*inne war es ein gelungener Abend und die Bilder, die Dr. Vogel durch seine sehr guten Beschreibungen erzeugte, werden noch lange nachwirken und hoffentlich auch das politische Handeln einiger beeinflussen.

Charlene K.