Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte

In unserem Berufsschulzweig erfolgt der schulische Teil der Ausbildung zur/zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten bzw. zur/zum Rechtsanwaltsfachangestellten. Für diese Ausbildungsberufe sind wir die einzige zuständige Schule im Land Berlin. Die Schüler*innen werden zweimal in der Woche in Lernfeldern und allgemeinbildenden Fächern unterrichtet .

Der praktische Teil der Ausbildung wird in den Kanzleien der Rechtsanwälte und Notare durchgeführt.

Voraussetzungen und Dauer der Ausbildung

Für den Ausbildungsberuf "Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r" bzw. "Rechtsanwaltsfachangestellte*r" besteht keine bestimmte schulische Zugangsvoraussetzung. Wer sich für diese Ausbildung interessiert, sollte sich rechtzeitig bei den in Frage kommenden Ausbildungskanzleien über deren Einstellungsbedingungen und –praxis informieren.

Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Eine automatische Anrechnung des Abiturs auf die Ausbildungsdauer erfolgt nicht. Eine Anrechnungsverordnung für vorangegangene schulische Ausbildungsgänge existiert ebenfalls nicht.

Eine Verkürzung der dreijährigen Ausbildungsdauer auf zweieinhalb Jahre ist möglich, wenn der Ausbildungsbetrieb zustimmt und der Notendurchschnitt in der Berufsschule im dritten und vierten Ausbildungshalbjahr mind. 2,0 beträgt.

Die Ausbildungszeit kann verlängert werden, wenn die Abschlussprüfung nicht bestanden wurde oder zu erkennen ist, dass das Ausbildungsziel in der vorgegebenen Zeit nicht erreicht wird.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zum/zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten wird bundeseinheitlich durch folgende Ausbildungsverordnung geregelt:

ReNoPat-Ausbildungsverordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur  Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPat) vom 29.08.2014 (BGBl. 2014 I Seite 1490).

Neben den Fachkenntnissen sind im modernen Büroablauf Kenntnisse in der Daten- und der Textverarbeitung notwendig, um die Arbeit in der Kanzlei fachgerecht und rationell zu erledigen.

Im Wesentlichen nehmen sie folgende Aufgaben wahr:
 

  • Erledigung von allgemeinen büroorganisatorischen Arbeiten, z. B. Telefonate entgegennehmen, beantworten oder weiterleiten, Termine mit Mandanten vereinbaren, bei Gerichten nachfragen, Akten führen, den Posteingang und -ausgang bearbeiten,

  • Tätigkeiten im Bereich des Mahnwesens und des Zivilprozesses,

  • Bearbeitung von Zwangsvollstreckungsangelegenheiten,

  • Mitarbeit bei der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung von anderen Verfahren, zum Beispiel familien- und erbrechtliche Angelegenheiten, arbeitsrechtliche und strafrechtliche Verfahren,

  • Erstellen von Vergütungsberechnungen,

  • Mitarbeit bei der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung von Notariatsgeschäften, zum Beispiel im Handels- und Grundbuchrecht.

Die Berufsschule ergänzt die berufspraktische Ausbildung und vermittelt eine berufliche Grund- und Fachausbildung in Verbindung mit einer erweiterten Allgemeinbildung.

Unterrichtet wird in Lernfeldern. Anordnung und Inhalte der Lernfelder.

Die schulischen Rahmenlehrpläne finden Sie in der Rubrik "Unterrichtsfächer".

Im Laufe der Ausbildung laden wir regelmäßig Gerichtsvollzieher und Amtsanwälte in den Unterricht ein.

Anmeldung

Der Ausbildungsvertrag kann jederzeit geschlossen werden; der Ausbildungsbeginn wird im Ausbildungsvertrag mit der Ausbildungskanzlei vereinbart.

Schultagskombinationen und 1. Schultag sind kurz vor der Anmeldung im Sekretariat (Tel.: 303017-15) zu erfragen.

Folgende Unterlagen sind zur Anmeldung im Original und als Kopie mitzubringen:

  • Bitte zuerst die Online-Anmeldung vornehmen!
  • Original und Kopie des von der Rechtsanwaltskammer Berlin registrierten Ausbildungsvertrages oder ein Schreiben der Kanzlei, aus dem hervorgeht, dass ein Ausbildungsvertrag geschlossen wurde, der an die Rechtsanwaltskammer Berlin zur Registrierung weitergeleitet wurde. Aus dem Schreiben muss der Beginn der Ausbildung hervorgehen;
  • zwei aktuelle Passfotos,

  • Personalausweis oder Pass mit Meldebescheinigung,

  • Meldebescheinigung (bei nichtdeutscher Herkunft),

  • Original und Fotokopie der Abschluss-/Abgangszeugnisse (alle Schulabschlüsse ab Klasse 10),

  • ggf. Original und Fotokopie des Abschluss-/Abgangszeugnisses einer Berufsausbildung,

  • ggf. Nachweise über ein Studium.