Lehrreiche Exkursion am Hans-Litten-Tag 2018

Im Rahmen des Hans-Litten-Tages besuchten drei Berufsschulklassen des Sicherheitsgewerbes zusammen mit ihrem Fachleiter Patrick Förster die Erinnerungsstätte des „Notaufnahmelagers Marienfelde“. Während dort früher DDR-Flüchtlinge und Spätaussiedler untergebracht waren, werden in diesen Gebäuden heute Geflüchtete aus 19 Nationen aufgenommen.

In den Räumlichkeiten dieser Unterkunft nahmen die Auszubildenden an dem Planspiel „Ankunft in Andersland“ teil.

Hierbei übernahmen sie die Identitäten von geflüchteten Personen aus gegenwärtigen Krisenländern. So schlüpften einige in die Rolle einer Familie aus Tschetschenien, andere spielten einen geflüchteten Inder oder ein Ehepaar aus Syrien. Allen gemeinsam war, dass sie als Flüchtlinge im Land „Alikuby“ angekommen waren und um Asyl baten. Jeder hatte einen anderen Grund für seine Flucht aus der Heimat und Ziele für die eigene Zukunft bzw. für die seiner Familie.

Nach ihrer Ankunft stehen große Aufgaben vor den Geflüchteten: Der Asylantrag muss gestellt werden, eine Wohnung und Arbeit müssen gefunden werden, wobei der dichte Behördendschungel „Alikubys“ durchdrungen werden muss. Positive oder negative Nachrichten kommen aus der fernen Heimat, permanente Schicksalsschläge und Katastrophen prasseln auf die Geflüchteten nieder.

Die Simulation endet nach einem Jahr. Die „Spieler“ können nun überprüfen, in wieweit die von ihnen gesteckten Ziele erreicht worden sind.

Einige von ihnen haben sich in „Alikuby“ ein neues Leben aufgebaut, andere sind nie richtig angekommen oder an bürokratischen Hürden gescheitert, wieder andere werden noch viele Jahre brauchen, um sich in „Alikuby“ ein neues Leben aufzubauen.

Auch wenn wir danach in unser abgesichertes Leben in Berlin zurückkehren durften, ist uns allen eines gemeinsam: Der Abstecher nach „Alikuby“ wird noch lange präsent bleiben. Wir haben viel gelernt.

Bericht und Fotos: Frau Pezenburg