Bericht der Schülerin Sarah Winter (E-11)

Workshop: „Update! PC und Globalisierung“

Im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts zum Thema „internationale Arbeitsteilung“ haben wir in einem 4-stündigen eintägigen Workshop alle Lebensstationen eines Computers beleuchtet. Wir haben uns die benötigten Rohstoffe, den Zusammenbau, die Reise in die Haushalte oder Unternehmen zur Nutzung und die Verschrottung und Verwertung der Einzelteile eines PC genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass ein einziger Computer in seinem recht kurzen Leben so viel von der Welt sieht, wie es nur wenige Menschen in ihrem ganzen Leben schaffen. So haben wir uns in Gruppen über die verschiedenen benötigten Rohstoffe informiert, wo sie herkommen und welche negativen Folgen mit dem Abbau der Rohstoffe verbunden sind. Zum Beispiel wird aus dem Roherz Coltan das Metall Tantal hergestellt, was wiederum für WLAN-Adapter, Maus und Tastatur verwendet wird. Das wichtigste Abbaugebiet von Coltan liegt im Osten der Republik Kongo in Zentralafrika. Dort wird es größtenteils per Hand geschürft. In den Minen gibt es keinerlei Sicherheitsstandards, was zu vielen Arbeitsunfällen und Verletzungen führt. Den Gewinn aus dem Abbau und Verkauf bekommen leider nicht die Arbeiter, sondern erhalten die Milizen, die die Minen kontrollieren. Diese Milizen gibt es seit den 90erJahren, die während des Bürgerkrieges die Minen unter ihre Kontrolle gebracht haben und mit dem Coltanabbau ihren Bürgerkrieg finanzieren. Danach haben wir uns den Zusammenbau des PC`s genauer angeschaut und mussten feststellen, dass in den Unternehmen, wo die Computer zusammen gebaut werden, klägliche Arbeitsbedingungen herrschen. Ein führendes Unternehmen ist FOXCONN, das im asiatischen Raum vertreten ist. Die Arbeiter von FOXCONN berichten über schlechte Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne. Sie dürfen keine Handys oder Uhren in der Fabrik besitzen, müssen viele Überstunden machen, die teilweise nicht bezahlt werden. Ein Arbeiter berichtete 2006: „Normalerweise arbeitet ein Arbeiter bei FOXCONN von 8-20 Uhr, inklusive 2x40min Pause, um zu essen. Manchmal werden die Schichten bis 22 Uhr ausgedehnt. Um Kosten zu sparen, hat FOXCONN die zulässige Überstundenzahl begrenzt. Überstunden werden von den Vorarbeitern deswegen oft unterschlagen oder die Arbeiter leisten die Überstunden „freiwillig“.“ Wir haben die Arbeitsbedingungen in dem Unternehmen FOXCONN in Gruppen ausgewertet und sie mit unseren hiesigen Arbeitsbedingungen verglichen. Hinsichtlich der Nutzung der Computer in Betrieben oder Haushalten ging es um Fragen wie: Welche Kriterien sollte man beim Kauf beachten? Gibt es ökologische PC`s? Wie kann man Strom sparen bei der Nutzung? Wir haben heraus gefunden, dass es bereits ökologische PC`s gibt, die man an einem bestimmten Siegel erkennen kann. Um Strom zu sparen, muss man nur wissen wie. Man kann beispielsweise den Energie-Spar-Modus nutzen, auf den Bildschirmschoner verzichten, die Ladegeräte aus dem Stecker ziehen, wenn das Gerät (z.B. der Laptop) aufgeladen ist usw. Zum Schluss haben wir uns noch mit dem großen Bereich der Entsorgung beschäftigt. Der meiste Computerschrott wird auf große Schrottdeponien gebracht – die meisten liegen in Afrika - , wo er teilweise von Kindern mit bloßer Hand sortiert wird, um weiterverwertet werden zu können. Da der Schrott nicht gerade gesundheitsfördernd ist, leiden viele Kinder unter körperlichen Problemen und Krankheiten. Nach einer kurzen Feedback-Runde war unser Wirtschaftsworkshop beendet.