PHYSIK AN DER FACHOBERSCHULE

Leitidee unseres einjährigen Lehrganges ist es, die naturwissenschaftliche Allgemeinbildung aller Schüler zu fördern. Dazu werden den Teilnehmern physikalische Blicke auf alltägliche Bewegungen, die Elektrifizierung unseres Alltags und die Energieprobleme unserer Gesellschaft ermöglicht. Wir legen Wert auf den fächerübergreifenden Aspekt, darum sind Besuche von

Ausstellungen und Veranstaltungen insbesondere zu Themen der Energieerzeugung regelmäßiger Bestandteil des Unterrichtes.

Es werden einfache Bewegungen beobachtet und mit den Mitteln der Mathematik beschrieben:

  • Gleichförmige und konstant beschleunigte geradlinige Bewegungen
  • Kraft, mechanische Energie, Energieumwandlung

Dann wird ausführlich und umfassend zum Thema Energie unterrichtet:

  • Erzeugung von Energie, u.a. die Dampfmaschine, Elektromagnetische Induktion, Motoren, Generatoren
  • Besondere Betrachtung erneuerbarer Energieformen ( siehe oben)
  • Energieumwandlungen
  • Unterschiedliche Kraftwerktypen, Energieeffizienz
  • Ökologische, ökonomische und politische Betrachtungen zu Energieproblemen

Oberstufenzentrum Recht besucht

Havellandhof in Ribbeck

- Landwirtschaft und Bioenergie zum Anfassen -

Am 2. Mai  2012 besuchte der Physikkurs der Fachoberschule des OSZ Recht aus Berlin mit 14 Schülerinnen und Schülern sowie dem Leiter der Fachoberschule den Havellandhof.

Der Physikkurs hat sich theoretisch ausführlich mit dem Thema Energiebereitstellung durch klassische Kraftwerke und erneuerbare Energien beschäftigt. Der Exkursionstag sollte dazu dienen, nunmehr erneuerbare Energien in der Praxis kennenzulernen. Zu diesem Zweck wurde zunächst die ca. 7 MWp Photovoltaikanlage am Bahnhof Nauen besichtigt und anschließend wurden auf der Nauener Platte bei Markee die Windkraftanlagen in Augenschein genommen. Schließlich führte die Besichtigungstour zur Hauptattraktion des Tages, der Biogasanlage in Ribbeck.

Der Geschäftsführer, Herr Kaim, nahm sich zwei Stunden Zeit, ausführlich über die Zutaten, die Funktionsweise und die Effektivität der 380 kW Biogasanlage zu berichten. Die Anlage wird ausschließlich durch auf dem Hof selbst produzierte Rohstoffe betrieben (Gülle, Mist, Gras-, Mais- und Getreideganzpflanzensilage). Die Reststoffe dienen als natürliches Düngemittel auf den eigenen landwirtschaftlichen Flächen. Unterstützung findet die Biogasproduktion durch eine 30 KWp Photovoltaikanlage, deren produzierter Strom für den Betrieb der Biogasanlage verwendet wird (Rührwerke, Einbringtechnik, etc.).

Das in der Biogasanlage hergestellte Gas wird in einem Blockheizkraftwerk zur Strom – und Wärmeerzeugung verwendet. Die Anlage liefert nahezu durchgehend 380 kW Strom und stellt zusätzlich Wärme zur Verfügung, die teilweise auf dem Hof verbraucht wird, aber auch zur Beheizung und zur Warmwasserversorgung von Häuser in Ribbeck genutzt wird.

Die Konzeption führt somit zu einer hocheffizienten Bereitstellung erneuerbarer Energien, da weder die Rohstoffe noch die Reststoffe (in Form natürlichen Düngers) weite Fahrwege zurücklegen müssen. Ferner wird durch die optimal genutzte Kraft-Wärme-Kopplung ein hoher Wirkungsgrad erzielt. Die Anlage kann daher als Vorzeigeobjekt bezeichnet werden.

Bei dem anschließenden Rundgang durch die Kuhställe erhielten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich einen Eindruck über die Milchproduktion, die mit einem Probeausschank abgeschlossen wurde. Der natürliche Geschmack der frischen Milch fand großen Anklang.

Nahtlos schloss sich nun an die Milchkuhhaltung ein Beispiel ökologischer Rinderzucht beim Landwirt Bangert an. Herr Bangert erläuterte den Schülerinnen und Schülern sein Konzept der Rinderzucht, bei der die Nahrung nahezu ausschließlich durch Beweidung und Zusatzfutter aus eigener Produktion (ohne Pestizide, Herbizide oder chemischen Dünger) sicher gestellt wird. Die Rinder edler Rassen sind ganzjährig auf der Weide und somit erhalten die Verbraucher gutes Fleisch in Bioqualität. Ferner haben die Rinder ein, wenn auch kurzes, aber artgerechtes Leben.

Die 110 kWp Photovoltaikanlage auf den Scheunendächern rundet das Bild eines auf Nachhaltigkeit bedachten Landwirtes ab.

Jürgen Dulling