Deutschlands Rolle bei der Entwicklung einer bildungsbasierten Zukunft in Europa

Am 2. November 2015 hatte die Schwarzkopf-Stiftung zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion, "Deutschlands Rolle bei der Entwicklung einer bildungsbasierten Zukunft in Europa" mit Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, geladen. Kaum ein anderes Thema auf der politischen Agenda Deutschlands ist von solcher Bedeutung und gesellschaftspolitscher Brisanz angesichts 7,5 Millionen junger Europäer ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Auch die derzeitige Arbeitslosenquote von in Deutschland "nur" sieben Prozent, während die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen in anderen europäischen Ländern die dagegen bei fast 50 Prozent liegt, macht die Bedeutung langfristiger bildungspolitischer Maßnahmen deutlich. Als Vorbild für erfolgreiche Bildungspolitik könnten aktuell Schweden, Portugal und Polen dienen, die mit speziellen Angeboten für leistungsschwächere Jugendliche die Quote für Ausbildungsabbrecher senken konnte. Doch Frau Wanka machte gleich zu Beginn des Abends in einem ihrer ersten Statements deutlich: Für ihre Zukunft in Europa seien die Jugendlichen vor allem selbst verantwortlich. Eine unmissverständliche Ansage, die Bildungsminsterin Wanka auch zum Ende der Diskussion erneut wiederholte. Dass Frau Wanka sicherlich mit Stolz auf ihren eigenen Lebenslauf als echte "Selfmade-Frau" zurückblickt, ist zwar nachvollziehbar - 1951 in Rosenfeld geboren, wuchs sie in einfachen Verhältnisses auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf, da ihre Eltern ihre Mitgliedschaft bei den Pionieren verhinderten, kompensierte Johanna Wanka das Gefühl des Andersseins in jungen Jahren nach eigenen Worten durch Leistung, und der akademische Titel der Professorin für Mathematik sollte erst der Anfang ihrer Karriere bedeuten – dennoch ist es zu einfach, eine ähnliche Leistung pauschal von allen Kindern zu fordern. Denn trotz dieses beeindruckenden Werdegangs war an diesem Abend spürbar, dass dies allein keine beruhigende Vorbildwirkung leisten konnte und sich so mancher junge Erwachsene unter den Anwesenden eine klarere Diskussion gewünscht hätte. Auf die Frage, wie die Bundesministerin die Lehrkräfte in den einzelnen Bundesländern hinsichtlich der steigenden Flüchtlingszahlen unterstützen wolle, antwortete Frau Wanka, dies sei Länder- und nicht Bundeskompetenz. Dabei hatte die Bildungsministerin, die seit Ende Oktober auch Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ist, erst kürzlich ein Eine-Milliarde-Euro-Paket beschlossen, um Juniorprofessuren zu unbefristeten Stellen zu verhelfen. Nun rechnen die Grünen in den kommenden Jahren mit rund 5000 Asylbewerbern, die sich für einen Studienplatz in Deutschland bewerben werden. Neben der Finanzierung dieser Studienplätze muss es kurzfristig mehr Infrastruktur und mehr Personal an Universitäten und Fachhochschulen geben. Man muss jetzt dafür Sorge tragen, junge Flüchtlinge in die akademische Ausbildung zu integrieren, damit sich in 15 Jahren keine rechtspopulistische Strömung in der politischen Gesinnung der Bevölkerung darüber beschweren kann, die Flüchtlinge von damals hätten sich nicht integriert und dieses Argument für seine Demokratie-gefährdende Politik missbrauchen kann. Dabei allein auf die Länderkompetenz abzustellen, ist von Frau Wanka ziemlich töricht. In einem Interview mit der Welt hatte die Bildungsministerin vor zwei Wochen gesagt: "Wir müssen in der Spitzenforschung, etwa in der Gesundheitsmedizin oder der Energieforschung, leistungsfähig sein. Davon profitieren wir alle." Um dies zu gewährleisten, wäre eine offene Diskussion von Nöten, die sich nicht nur allseits beruhigender Floskeln bedient, sondern inhaltlich auf den Punkt kommt. Dabei sollte es weniger darum gehen, nach Außen – wenn auch ohne Honorar – Präsenz auf Veranstaltungen für junge Menschen zu zeigen und Fragen wie an diesem Abend nach einer funktionierenden Bildungslandschaft in Deutschland in naher Zukunft nicht als Angriff auf die eigene Position zu verstehen, die Frau Wanka dazu veranlassen, mit ihren Antworten möglichst reibungslos die Sorgen junger Menschen in einem Meer aus leeren Worthülsen sich auflösen zu lassen – so dass am Ende dieses Abends eine Menge begründeter Zweifel an der Bildungspolitk der CDU irgendwie versandeten, ohne dass man das Gefühl hatte, Ernst genommen worden zu sein. Dabei hatte Frau Wanka in einem Interview mit dem Zeit-Magazin einmal so treffend formuliert: "Das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern mitgeben können, ist Selbstbewusstsein." Der Staat als gesellschaftliches Gebilde hat ebenso eine gesellschaftsfördernde Bedeutung ähnlich der Familie inne und muss dafür Sorge tragen, dass Kinder aus bildungsfernen Haushalten, die eben nicht wie Johanna Wanka ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln konnten, vom Staat die nötige Förderung ihrer Bildungsmöglichkeiten erhalten, damit Deutschland langfristig leistungsfähig bleibt. Dabei nutzt es auch nichts, vor der Flüchlingsproblematik mittels begrenzter Einreisemöglichkeiten die Augen zu verschließen.

Friederike Foerster
Klasse J-51

„Vergangenheit bereinigt? Reflexionen zur deutschen Geschichte“.

Auf Einladung der Schwarzkopf-Stiftung besuchten unsere Schülerinnen und Schüler aus dem Grundkurs Geschichte des Gymnasiums am 20. Mai 2015 eine Veranstaltung des NZZ-Podiums Berlin. In einer Gesprächsrunde, die von der Neuen Züricher Zeitung und der Hertie School of Governance ausrichtet wurde, diskutierten Politiker und Historiker über das Thema „Vergangenheit bereinigt? Reflexionen zur deutschen Geschichte“. Teilnehmer waren u.a. der ehemalige deutsche Außenminister Klaus Kinkel sowie die Historiker Sönke Neitzel und Jonathan Steinberg. Die Diskussion wurde von der Frage bestimmt, ob und wie sehr Deutschlands neue außenpolitische Rolle durch die Verbrechen der NS-Zeit belastet wird. Gegen Ende der Veranstaltung öffnete der Moderator das Podium für Fragen aus dem Publikum. Unter anderem meldete sich ein Schüler unserer Schule, ein türkischstämmiger Deutscher, zu Wort und fragte, was er denn mit der NS-Vergangenheit zu tun habe. Der Literaturwissenschaftler und Publizist Hans Ulrich Gumbrecht antwortete, dass es keinen Zwang gebe, sich damit auseinanderzusetzen. Doch wenn das Menschen täten, die aufgrund ihrer Herkunft einen anderen Blick darauf hätten, läge darin sowohl für sie selbst als auch für die Gesellschaft, in der sie lebten, eine Chance. Text von Koll. Burrichter und Joachim Riecker (NZZ) Hier geht es zum ausführlichen Bericht der NZZ über die Veranstaltung: www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/vergangenheit-die-nicht-vergeht-1.18546687

Unterricht einmal anders - Teil V

Gegenstand unseres PW-Unterrichts im 2. Halbjahr der Einführungsphase am beruflichen Gymnasium ist ein Ländervergleich USA – Deutschland. Nachdem wir uns im ersten Halbjahr wesentliche Merkmale des deutschen Wahlsystems, in Form eines Unterrichtsprojektes, erarbeitet hatten, analysieren wir gegenwärtig schwerpunktmäßig das amerikanische Wahlsystem im Allgemeinen und den Wahlkampf Obamas im Besonderen.

 

Überrascht und erfreut reagierten wir auf das Angebot unseres PW-Lehrers, an einer Diskussionsveranstaltung mit dem US-amerikanischen Botschafter, Herrn John B. Emerson, zum Thema: „Der amerikanische Blick auf Europa“ teilzunehmen

 

Die Veranstaltung fand am 10. Februar 2014 um 18.00 Uhr im repräsentativen Atrium des Allianz-Forums statt, wurde von der Schwarzkopf-Stiftung organisiert und hat mir sehr gut gefallen. Vor ca. 250 Jugendlichen referierte der Botschafter John B. Emerson in Englisch u. a. über das momentane Verhältnis zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten.

 

Schwerpunkte seiner einführenden Worte waren unter anderem:

 

• Die USA und die EU sind traditionell enge strategische Partner.

• Derzeit verhandeln sie über ein transatlantisches Freihandelsabkommen.

• Berichte über eine Überwachung europäischer Institutionen, Staatsoberhäupter und Bürger durch die NSA haben die Beziehungen auf eine harte Probe gestellt.

 

Anschließend hatten wir die Gelegenheit, an einer Diskussionsrunde mit Herrn John B. Emerson teilzunehmen. Es gab sehr viele und vor allem auch sehr kritische Fragen aus dem Publikum. Botschafter Emerson hat uns diesbezüglich den gegenwärtigen Standpunkt der Regierung, z. B. zum Thema Edward Snowden dargelegt. Trotz des nahenden Endes der Veranstaltung gab er sich große Mühe, alle Fragen zu beantworten.

 

Fazit: Es war ein sehr informatives Ereignis. Unser Dank gilt den Veranstaltern und natürlich dem Botschafter für diesen praxisorientierten Unterricht.

 

Bericht von Nino Maschke Klasse E 33

 

 

Unterricht mal anders – Teil IV

Wie es der Zufall wollte, hatten wir im Sozialkundeunterricht gerade das Thema „Der Bundespräsident – Staatsnotar oder politische Institution“ abgeschlossen, als wir die Gelegenheit erhielten, ihn persönlich kennen zu lernen. Zu verdanken hatten wir das Frau Bridgford, einer Lehrerin unserer Schule mit besten Kontakten zur Senatsschulverwaltung. Am 28.01.2014 durften wir, die Klasse J 212, am protokollarischen Empfang zu Ehren des Arbeitsbesuches des Staatsoberhauptes von Samoa beim Bundespräsidenten teilnehmen. Dieser fand im Schloss Bellevue statt. . Schon recht durchgefroren mussten wir alle erst einmal durch die Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich. Danach wurden wir im Bundespräsidialamt freundlich von Frau Bielecke empfangen und erhielten Snacks und heiße Getränke. Wir bekamen eine kleine Führung durch das Bundespräsidialamt mit Informationen zur Geschichte des Hauses und seinen architektonischen Merkmalen. Unter anderem wurden wir auch an der "Nasengalerie" der Bundespräsidenten entlang geführt. In dieser Galerie stehen die Büsten der Bundespräsidenten Deutschlands und aus einem bestimmten Blickwinkel kann man nur deren Nasen erkennen. Danach ging es dann nach draußen, um an dem feierlichen Empfang des Staatsoberhauptes von Samoa teilzunehmen. Das Wachbataillon der Bundeswehr empfing das Staatsoberhaupt mit der Ehrenformation und spielte die jeweiligen Nationalhymnen. Die beiden Staatsoberhäupter schritten auf dem roten Teppich die Ehrenformation ab, um dann bei uns halt zu machen. Die Presse, die neben uns stand, fotografierte wild drauf los. Herr Gauck begrüßte uns herzlich, viele mit Handschlag und mit freundlichem Small Talk, während Frau Schadt unsere begleitenden Lehrer in ein kurzes Gespräch verwickelte. Im Anschluss zogen sich die beiden Staatsoberhäupter mit ihren First Ladies ins Schloss zurück. Danach machte Frau Bielecke, eine Mitarbeiterin des Referats Protokoll des Bundespräsidialamtes, natürlich noch das obligatorisches Gruppenfoto vor dem Schloss von uns. Zurück im Bundespräsidialamt erhielten wir alle noch ein Autogramm von Herrn Gauck und Frau Schadt von Frau Bielecke, bei der wir uns noch einmal ganz herzlich für die tolle Betreuung bedanken möchten. Unser Dank gilt auch unserem Arbeitgeber, der uns für diesen besonderen Anlass von der Arbeit freistellte. An diesem einmaligen und lehrreichen Erlebnis nahmen wir mit großer Freude teil und wir wünschen uns „natürlich“ weitere derartig praxisorientierte Unterrichtsinhalte von unserem Sozialkundelehrer. A.P., V.H., V.B. J 212

Zu Besuch in der französischen Botschaft

Unterricht mal anders Teil III

Wann kommt man schon mal in die französische Botschaft, dachten wir uns und bewarben uns für eine Veranstaltung der Schwarzkopf-Stiftung.

Thema: „Der französische Blick auf die Zukunft Europas“

Am Mittwoch, den 15. Mai 2013, um 16:00 Uhr, trafen wir, die Schüler der E 21, uns vor der französischen Botschaft ( Pariser Platz 5, 10117 Berlin), denn um 16:30 Uhr startete die Veranstaltung.

Die Sicherheit beim Einlass wurde groß geschrieben. Abgleichung der Personalien, Körper- und Sachenscan wie auf einem Airport, danach betraten wir über einen erstaunlich großen und grünen Innenhof eine Art Vorlesungssaal.

Mit einer Verzögerung von einigen Minuten begann dann die Veranstaltung mit dem französischen Botschafter, S. E. Maurice Gourdault-Montagne, der die "französische Sichtweise zu den europäischen Problemen" darlegte.

S. E. Maurice Gourdault-Montagne´s Rede begann mit der Geschichte von Frankreich und Deutschland. Mehrmals machte er deutlich, wie wichtig die Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland sei und dass diese Freundschaft schon seit 50 Jahren besteht.

Der deutsch-französische Motor hat in den letzten Jahrzehnten maßgeblich zum    Auf- und Ausbau der Europäischen Union beigetragen. Der Schuman-Plan war der Vorläufer der EU und das Tandem De Gaulle - Adenauer begründete mit dem Elysee-Vertrag 1963 eine enge Freundschaft.

Diese wurde von ihren Nachfolgern fortgeführt und verbindet die beiden Länder besonders eng. Seit einem Jahr bilden der neue französische Präsident Francois Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel das französisch-deutsche Tandem.

Ebenfalls betonte er, dass die Zukunft der Jugend gehört. Seine Meinung zur Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland ist, dass Deutschland und Frankreich sich gut ergänzen und sie die wichtigsten Handelspartner sind. Zudem seien sie voneinander abhängig.

Nach seinem Vortrag wurden ihm drei Fragen vom Moderator gestellt. Zum Schluss stellten ihm noch ein paar Zuschauer Fragen zum Thema.

Wir persönlich fanden, dass S. E. Maurice Gourdault-Montagne seine, aus unserer Sicht, zu lange Einführungsrede zu stark abgelesen hat. Das nahm ihm die Glaubwürdigkeit. Wir (die Verfasser) hatten das Gefühl, es war nicht das, was er sagen wollte, sondern das, was er sagen sollte.

Ein weiterer Aspekt war, dass er zu sehr um das Thema herum geredet hat. Die eigentlichen Fragen zu diesem Thema wurden uns nicht beantwortet. Die „Diskussion“ war auch nicht wirklich eine Diskussion. Jemand stellte eine Frage und in seiner Antwort neigte er ebenfalls zum Abschweifen.

Im Vergleich zu Frau Viviane Redings Rede war S. E. Maurice Gourdault-Montagne eher langweilig und nicht wirklich aussagekräftig. Er war nicht so präsent wie Sie und bei einigen Fragen, die ihm gestellt wurden, waren die Antworten vorhersehbar.

Ungeachtet dieses nicht sehr schmeichelhaften Resümees schätzen wir die uns eingeräumten Möglichkeiten, uns durch derartige, meist(!!!) interessante Veranstaltungen, eine eigene Meinung zum Thema Europa zu bilden.

Am 05.06.13 war ich (F.R.) zum Beispiel bei einem Meeting im Haus der Kulturen der Welt, um mit unserem Finanzminister Wolfgang Schäuble über folgende Themen zu diskutieren. Wie wird Europa in der aktuellen Situation erlebt? Welche Wege führen aus der Krise? Welche Rolle spielt die Jugend von heute für das Europa von morgen? Und welches Europa wollen WIR?

Weiterhin geplant ist meinerseits ein Besuch in der belgischen Botschaft am 04.07.13 um dort

Karl-Heinz Lambertz (Ministerpräsident der Deutschsprachigen    Gemeinschaft Belgiens);                                                                                                             

Dr. Gregor Gysi (Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag) und

Prof. Dieter Grimm (Bundesverfassungsrichter a. D.)

zum Thema: „Alternativlose“ Integration in Zeiten der Krise – Gefahr einer europäischen Desintegration? zu hören.

N. L.,F. R. und A.W.

Islamfeindlichkeit in Deutschland?

Herr Dulling, unser Abteilungsleiter für die Gymnasiale Oberstufe, besuchte meine Klasse im Unterricht und informierte uns über eine Diskussionsrunde zur "Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa"

Ich zeigte Interesse an diesem Thema und Herr Dulling lud mich zu dieser Veranstaltung ein, um mir ein eigenes Bild, über die verschiedenen Meinungen zu dieser Problematik, zu verschaffen.

Da ich selbst Muslimin bin, fühle ich mich von der Islamproblematik in der westlichen Welt angesprochen. Herr Dulling arrangierte mit mir und weiteren Schülern ein Treffen. Er stellte uns die notwendigen Informationen für den Besuch der Veranstaltung zur Verfügung und begleitete uns in die Schwarzkopf-Stiftung, welche diese Diskussionsrunde organisierte.

In den folgenden Zeilen möchte ich meine persönliche Meinung zur Veranstaltung mitteilen.

Die Schwarzkopf-Stiftung veranstaltete am 23.05.2013 einen Vortrag über die Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa. Zu Gast war, der Publizist und Journalist der Zeitschrift "Taz", Jörg Lau. Herr Lau beantwortete zunächst persönliche Fragen zur seiner Person und ging dann mit einer persönlichen Stellungnahme auf die Islamfeindlichkeit in Deutschland ein.

Herr Lau hinterfragte kritisch die Integrationspolitik der Bundesregierung und bezeichnete sie als "veraltet und unflexible Leitlinie". Er sprach aus persönlich gemachten Erfahrungen über Immigranten, die enttäuscht die Bundesrepublik verlassen und somit einen Verlust für Deutschland darstellen, da die meisten gut ausgebildete Akademiker sind.

Das Hauptproblem ist darin zu sehen, dass in der Gesellschaft versucht wird, die Migranten nach den bestehenden Wertevorstellungen zu integrieren, statt aus der nun vorhandenen Bevölkerungsstruktur die Gesellschaftsnormen neu zu definieren. Er nannte zudem Statistiken und Zahlen über die Aus- und Zuwanderung von Immigranten und lehnte sich somit an die These an, dass es zurzeit mehr Auswanderer als Zuwanderer in Deutschland gibt.

Nach seiner Rede begrüßte Herr Lau die Fragen der Gäste und beantwortete sie mit eigenen Einschätzungen und Stellungnahmen. Ee stellte heraus, dass die Islamfeindlichkeit teilweise auf die Angst zurückzuführen ist, die sich z.B. nach Attentaten einstellt. Hierbei spielt die Art der Publikation dieser Ereignisse eine wesentliche, negative Rolle, da diese Vorkommnisse ausführlich dokumentiert und dem islamischen Glauben zugeschrieben werden.

Die Tatsache, dass sich die religiösen islamischen Organisationen weitgehend von diesen Anschlägen distanzieren, wird in Presse, Rundfunk und Fernsehen zu wenig gewürdigt. Somit entsteht ein falsches Islambild in der Bevölkerung.

Auf Grund seiner sympathischen und direkten Art entwickelte sich eine angenehme Diskussionsatmosphäre. Es machte Spaß Fragen zu stellen und mit ihm zu diskutieren. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und meiner Meinung nach auch sehr gelungen. Dieses Thema ist sehr komplex und sensibel. Leider ist mein Informationsbedarf nicht mit einer einzigen Versammlung zu stillen. An einer Fortsetzung der Runde wäre ich sehr interessiert. S. H.

„Die EU nach der Krise: Ein gestärktes Europa?“

zu Gast: Viviane Reding, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft

Kooperation: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland

Unterricht mal anders, Teil 2

Unser PW-Lehrer, Herr K. L., bot uns (Klasse E21) bei Interesse eine Unterrichtsverlagerung an, um an der obigen Veranstaltung teilzunehmen. Wir stimmten ab und die Mehrheit der Klasse war für den Besuch der Veranstaltung.

Am Donnerstag, den 18. März 2013 trafen wir uns um 17:30 Uhr vor dem Europäischen Haus. Um 18 Uhr startete die Veranstaltung. Sie begann mit einer kurzen Einführung durch Frau Reding, der sich eine Diskussion anschloss, welche von Jens Fischer moderiert wurde.

Inhalt

In ihrer Rede gestand an diesem Abend die Vizepräsidentin der EU-Kommission, sie habe noch Gemüse über die Grenze von Frankreich nach Luxemburg geschmuggelt. Sie erläuterte, wie schwierig es früher war, die Ländergrenzen zu überwinden. Umso stärker appellierte sie an uns und die ca. 200 weiteren zumeist jugendlichen Zuhörer, sich für weiterhin offene Grenzen in Europa einzusetzen.

Die Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft gab uns einen spannenden Einblick in ihre Arbeit in Brüssel – von der europäischen Harmonisierung des Ehescheidungsrechts über das Europäische Jahr der Bürger 2013 bis hin zu ganz aktuellen Vorschlägen der Kommission für die Europawahl 2014. Sie wünscht sich mehr europäische Politik, die es verdient so genannt zu werden.

In der anschließenden Diskussion kamen viele Fragen zu einer künftigen Verfassung der EU. Frau Reding betonte, ein neuer Anlauf für eine Verfassung dürfe nicht von Brüssel aus gesteuert werden, sondern benötige zahlreiche Impulse aus den einzelnen Mitgliedstaaten.

Eigene Meinung

Wir persönlich fanden es sehr spannend, ihre Meinung zur weitern Entwicklung der Europäischen Union zu hören. Sie sprach in unserer Sprache (wünschte sich z. B. eine ERASMUS - Kinderstatistik), führte viele Beispiele an und dank ihres Esprit war die Veranstaltung interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Wenn man die Chance hat, zu derartigen Veranstaltungen zu gehen, sollte man diese auch nutzen. Wir sind jetzt zwischen 17 bis 19 Jahre alt und es wird unser Europa sein, für dessen Weiterentwicklung Frau Reding kämpft. Sehr gut fanden wir weiterhin, dass Frau Reding sich (trotz eines sicher sehr harten Arbeitstages) auch nach der Veranstaltung noch die Zeit genommen hat, bei einem Glas Wein, die Fragen weiterer Besucher anzuhören und zu beantworten.

N&F (E 22)

„Datensicherheit und informationelle Selbstbestimmung in Europa“

„Datensicherheit und informationelle Selbstbestimmung in Europa“

zu Gast: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin

Moderation: Jens Fischer

Kooperation: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland

Beschreibung:

„Wir liken, wir twittern, wir posten, wir suchen und wir streamen: Täglich nutzen wir das Netz, um mit Freunden und Familie zu kommunizieren, zu lesen und zu diskutieren, um neue Menschen kennen zu lernen, einzukaufen, Filme zu sehen und Musik zu hören. Bei Facebook, Google und Co. legen wir freiwillig viele Informationen über uns offen. Mittlerweile sind ein gutes Viertel der Deutschen und über 200 Millionen Europäer in sozialen Netzwerken aktiv. Es gibt kaum Bereiche unseres Lebens, in die der technologische Fortschritt noch nicht vorgedrungen ist. Wie diese Daten verwaltet werden, findet sich in endlos langen Geschäftsbedingungen wieder, die wir mit einem Klick bestätigen“.

Unterricht mal anders

Den Schülerinnen und Schülern der Klasse A 212 (Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte) des OSZ Recht ermöglichte der unterrichtende Sozialkundelehrer, Herr K. L., an der obigen Veranstaltung im Rahmen einer Unterrichtsverlagerung teilzunehmen.     

Diese Unterrichtsverlagerung war das Ergebnis einer Abstimmung, in der sich die Mehrheit für den Besuch der Veranstaltung aussprach. Am Montag dem 06.03.2013 trafen wir uns um 17:30 Uhr vor dem Europäischen Haus und wurden dort bereits von Herrn L. empfangen, der dort auch Schüler einer BK-Klasse begrüßte. Um 18:00 Uhr begann die Veranstaltung mit dem Vortrag der Bundesjustizministerin Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Ihr schloss sich eine Diskussionsrunde an, in welcher auch Besucher zu Wort kamen und die von Herrn Jens Fischer moderiert wurde.

Inhalt

Die Bundesjustizministerin betonte in ihrem Vortrag, dass bereits ein gutes Niveau des Datenschutzes in Deutschland bestünde und ein damit im Zusammenhang stehender Totenkopfartikel der Bildzeitung, der vor kurzem für Erschrecken der Leser sorgte, somit hinfällig wäre.

Sie unterstrich den Schutz der rechtlich garantierten informationellen Selbstbestimmung in Deutschland, dass jeder User des Netzes als auch sozialer Netzwerke frei und individuell bestimmen kann, wie viele Informationen er über sich offen legt und wie viel er von sich preisgibt.

Durch das Deutsche Telemediengesetz ist dem User gar eine Pseudonymisierung im Internet gestattet. Zum Schutz der eigenen Identität durch Anonymisierung des wahren Namens kann der User dennoch nach dieser Rechtsordnung seinen Blog verwalten, im Internet bestellen oder buchen, aber auch Teilnehmer sozialer Netzwerke sein.

Entscheidend für die Anwendung dieser Rechtsordnung ist der Sitz des Nutzers, denn es gilt das Marktortprinzip. Problematisch - das Nutzen des Netzes jeglicher Art - es genügt ein Klick - führt zur Hinterlegung von Daten, die sich durch die stetige Nutzung zu Datenbergen entwickeln. Diese werden dann zu einem Profil des Users verarbeitet und letztendlich an unzählige Internetunternehmen verkauft, von denen wir dann bei Google und Co. nahezu maßgeschneiderte Werbung erhalten, anhand von Spuren, die wir selbst zuvor im Internet hinterlassen haben.

In Deutschland gibt es eine Datenschutzrichtlinie von 1995, die insbesondere in diesem Zusammenhang eine Datenschutzgrundverordnung des Datenschutzrechts der EU regeln soll. Ein technischer Datenschutz soll im öffentlichen Bereich für einen höheren Privatschutz sorgen. Das dafür vorgesehene Recht gibt die Rechtsprechung vor, die Technik setzt es lediglich um.

Nach der Veranstaltung bot sich (bei einem Glas Wein) Zeit, um im Empfangssaal über das Gehörte ausführlich zu diskutieren. Nach kurzer Zeit kam ich mit dem Moderator der Veranstaltung, Herrn Jens Fischer (Kommunikationstrainer und derzeitiger Präsident des WUDC-Council) ins Gespräch. Er fragte mich, wie mir die Veranstaltung gefallen hatte.

Meine Meinung

Die Veranstaltung war für mich ein voller Erfolg und sehr interessant. Die Thematik erschien mir up to date und naheliegend, da ich alltäglich selbst sehr behutsam mit den Informationen umgehe, die ich über mich im Netz und gerade in sozialen Netzwerken preisgebe. Alltäglich aus dem Grund, weil sich rund 75 % meiner Umgebung in sozialen Netzwerken „verkauft“ - aus Kostengründen, einem hohen Mitteilungsbedarf, weil es bequem, einfach und schnell ist, sich auch überregional mit Freunden und Familie auszutauschen und den Kontakt halten zu können. Dennoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, was erst einmal seinen Weg ins Netz gefunden hat, bleibt auch da und je mehr man von sich preisgibt, desto mehr profitieren Werbeunternehmen. Mit der Hoffnung auf weitere interessante Unterrichtsverlagerungen und Diskussionen in den kommenden zwei Jahren verbleibe ich mit J. H (A 212)

Politikern über die Schulter geschaut

Am 30.10.2012 fand eine Townhall-Konferenz (Der Begriff Town Hall (engl. Rathaus) ist im angloamerikanischen Sprachraum eine Bezeichnung für Rathaus oder ein Haus für Bürgerversammlungen in Städten.) zum Thema „Europa nach der Krise“ im Allianz Forum am Pariser Platz statt.

Prominente Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft waren:

• Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen                

• Pierre Moscovici, französischer Finanzminister

• Marek Belka, Leiter der polnischen Zentralbank

• Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO)

• Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments

• Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister

• Felipe Gonzales Marquez, ehemaliger Ministerpräsident von Spanien

• Phillipp Mißfelder, Mitglied des Bundestages (CDU)

• Georgios Papandreou, ehem. Ministerpräsident von Griechenland

• Guy Verhofstadt, ehem. Premierminister von Belgien

• George Soros, Multimilliardär und internationaler Investor

• Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D.

• Jean-Claude Trichet, ehem. Vorsitzender der EZB

• Peer Steinbrück, designierter Kanzlerkandidat der SPD

• Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

• Shaukat Aziz, ehem. Ministerpräsident von Pakistan

• David Bonderman, Gründer von TPG Capital (Verwaltetes Vermögen insgesamt: US$ 35 Milliarden)

• Eric E. Schmidt, geschäftsführender Vorsitzender von Google

• Laura D. Tyson, ehem. Wirtschaftsberaterin von Präsident Clinton • Gerhard Schröder, Bundeskanzler a.D.

• Recep Tayyip Erdogan, türkischer Ministerpräsident

• Nicolas Berggruen, Vorsitzender des Nicolas Berggruen Institute on Gouvernance und Veranstalter

Weitere Teilnehmer waren neben Studenten der Hertie School of Gouvernance ausgewählte Schüler des OSZ Recht. Dank der Schwarzkopf Stiftung (eine reguläre Anmeldung für diese Veranstaltung war nicht möglich) hatten wir die Möglichkeit an der Konferenz des Nicolas Berggruen Institute on Governance teilzunehmen und mit den genannten Politikern über ein Europa nach der Krise zu diskutieren.

Themen waren:

• Wie sollte die politische Einheit Europas gestaltet sein?

• Wie kann sie funktionieren?

• Was bedeutet ein starkes Europa für Deutschland und für die Welt?

• Welche Vorteile bringt die Europäische Union für Deutschland?

Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion. Wir empfanden die Diskussionen als sehr interessant. Vor allem vor dem Hintergrund dessen, dass z. B. Ursula von der Leyen (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) keinen nationalen Wahlkampf betrieben oder sich in ihren Stellungnahmen widersprochen haben, sondern bei vielen Themen den gleichen politischen Standpunkt vertraten. Diese große Einigkeit, wenn es um das Projekt Europa geht, überraschte uns doch sehr.

Das Highlight des Tages war für uns ohne Frage der Auftritt von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD). Aber auch der spontane Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der eine sehr emotionale Rede hielt, wird uns noch eine ganze Weile auf diesen ereignisreichen Tag mit Freude zurückblicken lassen.

Durch die Möglichkeit inhaltlich und politisch die geladenen Gäste zu ihren Standpunkten zu befragen, bekamen wir das Gefühl, den Politikern „ganz nahe“ sein zu können und wir erhielten interessante und neue An- und Einsichten zum Thema „Europäische Union“.

Schüler der Klasse A-117