E 54 im Gespräch mit Wolfgang Schäuble

Im November hatten Schülerinnen und Schüler der E 54 des Beruflichen Gymnasiums die Möglichkeit, Politik einmal „hautnah“ zu erleben, denn sie konnten an der von „Bürger Europas e.V.“ veranstalteten Tour d’Europe teilnehmen. Lesen Sie hier den Schülerbericht.

Im Rahmen des Politikunterrichts waren wir mit unseren Lehrern, Herr Burrichter und Herr Bär, am 11. November 2015 vom Verein „Bürger Europas e.V. eingeladen, mit Dr. Wolfgang Schäuble im Bundesfinanzministerium über die Deutsche Einheit zu diskutieren.

Zusammen mit Schülern aus der Bröndby-Schule, dem OSZ-Körperpflege, dem Rückert-Gymnasium und dem Herder-Gymnasium hörten wir zunächst von Hartmut Wohlfahrt, einem Mitarbeiter des Ministeriums, einen Vortrag über die wechselvolle Geschichte des Hauses. Das riesige Gebäude in der Wilhelmstraße war in der NS-Zeit Sitz des Reichsluftfahrtministeriums, die DDR-Regierung nutzte es als Haus der Ministerien und nach der Wiedervereinigung bezog die Treuhandanstalt die Räume.

Um Punkt 12 Uhr war es dann soweit; der Chef des Hauses, Wolfgang Schäuble, kam. Mit ein paar Worten erinnerte Schäuble zunächst an den kurz zuvor verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt: „Ein ungewöhnlicher Politiker, ein tatkräftiger Mann und guter Freund.“

Jetzt ging es los mit der Diskussion. Wir und die anderen Schülerinnen und Schüler hatten mit dem Veranstalter der Tour d’Europe einige Fragen vorbereitet zum Thema „25 Jahre Deutsche Einheit“. Auf Fragen nach den Ursachen der Ost-West-Unterschiede auch 25 Jahre nach dem Beitritt der DDR antwortete der Minister und damalige Chefunterhändler des Einigungsvertrages erstaunlich ehrlich, man habe es nicht allen recht machen können. Heute würde er einiges anders machen, aber in der Politik treffe man die Entscheidungen nicht alleine.

Es entstand ein interessantes Gespräch, das im weiteren Verlauf auch durch weitere Beiträge von Schülerinnen und Schüler anderer Schulen einen guten Einblick in die Arbeit eines der erfahrensten und hochrangigsten Politiker des Landes gab.

Nach etwa einer Stunde endete die Diskussionsrunde und Schäuble wurde mit Applaus verabschiedet. Abschließend gab es im Foyer des Ministeriums einen kleinen Imbiss, bei dem wir festhalten konnten, dass der Besuch bei einem Politiker immer wieder lohnenswert ist.

Text: Gwyneth Alaho (E 54, 11. Klasse)

Bilder: Bürger Europas e.V.