Der etwas andere Unterricht - Sozialkunde mit Freya Klier

Die Bürgerrechtlerin Freya Klier, die 1980 zu den Mitbegründerinnen der DDR-Friedensbewegung gehört hatte, erläuterte Schülerinnen der Hans-Litten-Schule (Oberstufenzentrum für Recht und Wirtschaft) sehr anschaulich anhand ihrer eigenen Biographie das Leben in der SED-Diktatur.

Sie berichtete über ihre Einlieferung ins Kinderheim im Alter von drei Jahren, die im Zusammenhang mit der Festnahme ihres Vaters stand, über die Inhaftierung ihres Bruders, über ihren missglückten Republikfluchtversuch im Alter von 18 Jahren und der der damit verbundenen Haft, ihr Berufsverbot, die Bespitzelung und Überwachung durch die Staatssicherheit, ihre erneute Festnahme und schließlich ihre Ausbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1988. Diese persönlichen Erfahrungen bettete sie in die jeweilige Zeit ein, sodass die Jugendlichen die Gründungszeit der DDR, den Volksaufstand von 1953, den Mauerbau von 1961 sowie den Fall der Mauer im Jahre 1989 hautnah aus dem Mund einer Zeitzeugin vermittelt bekamen. Sie arbeitete deutlich das perfide System der SED-Diktatur heraus und schilderte, aus welchen Beweggründen Menschen gegen diesen Staat opponierten und Fluchtversuche unternahmen. Sie arbeitete die Vorzüge der Demokratie heraus und forderte die Mädchen auf, stets politisch wachsam zu sein und sich für Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit zu engagieren. Die Tatsache, dass es weltweit noch mehr als 70 Diktaturen gebe, zeige auf, dass noch Einiges zu tun sei, so die Referentin. (Quelle Text und Bild: Konrad-Adenauer-Stiftung)