Der etwas andere Unterricht - Sozialkunde am 18.02.2013

Eigentlich begann der Unterricht im ersten Block am Montag wie immer. Erfassung der Anwesenheit durch K. Leu und danach der Wochenrückblick.

Danach wurden wir von unserem Fachlehrer gebeten, die Jacken anzuziehen. Er verschloss unseren Klassenraum und wir begaben uns zum Eingang der Schule. Warnstreik oder Wir streiken stand auf Plakaten, die am Montag, den 18. Februar, an die Wände in unserer Schule geklebt waren und auch auf den Westen, die die Lehrer trugen.

Damit wurde uns der Sinn dieses Kurzausfluges klar. Wir hatten uns in den letzten Wochen mit dem Themen Mitbestimmung, Tarifrecht und Arbeitskampfmaßnahmen beschäftigt.

Und jetzt erhielten wir in unserer Schule die Möglichkeit, einen Streik in der Realität zu zu beobachten. Wir nutzten unsere Chance, befragten die Streikenden und erhielten folgende Informationen.

Aufgrund ergebnisloser Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft einen ganztägigen Warnstreik angekündigt. Die Lehrer unserer Schule, meistens Mitglieder der GEW, haben sich wie viele andere Lehrer bundesweit an diesem Warnstreik beteiligt. Die Anzahl der streikenden Lehrer an unserer Schule war nicht sehr hoch, da nur angestellte Lehrer ein Streikrecht haben, das den verbeamteten Lehrer untersagt ist. Die GEW fordert jetzt 6,5 % mehr Gehalt für alle Lehrer und bessere Arbeitsbedingungen.                                                                          

Dies sind die Kernpunkte der bundesweiten Tarifverhandlungen, die in Potsdam stattfinden und an denen auch das Land Berlin beteiligt ist. Die Hauptforderung der Streikenden und ein wichtiger Punkt bei den Tarifverhandlungen ist die Eingruppierung und Gleichbehandlung der angestellten und verbeamteten Lehrkräfte. Die Lehrkräfte werden in verschiedene Gehaltsklasse eingruppiert. Die Entscheidung über die Gehaltsklassen der angestellten Lehrer soll in einem Tarifvertrag geregelt werden, was bisher nicht der Fall ist. Diese Entscheidung ist bislang den Arbeitgebern überlassen. Das führt zu sehr großen Unterschieden zwischen den Ländern, so verdienen z. B. Lehrer in Bayern bei gleicher Eingruppierung für die gleiche Arbeit 15 % mehr als in Berlin. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Unterschied 10 %.                                                         

In einem Gespräch mit einem Lehrer haben wir erfahren, dass in Berlin seit 2004 zwar keine Lehrer mehr verbeamtet worden sind, allerdings Hunderte verbeamtete Lehrer aus anderen Bundesländern übernommen wurden. Anders als in Berlin werden in einigen Bundesländern Lehrer weiterhin verbeamtet.

Für uns waren das einerseits viele neue Informationen und andererseits wurden die theoretischen Unterrichtsinhalte der letzten Wochen in der Praxis konkretisiert und mit Leben erfüllt.

Wir wünschen der GEW und den Lehrern viel Erfolg und erfolgreiche Tarifverhandlungen und uns öfters einen solchen (wie unser Pauker sagt) praxisorientierten Unterricht.

Haleh und Melanie (A 212)

 

P.S. Am 6. März wird wieder an unserer Schule gestreikt.