Besuch aus Brüssel

Back to School – Besuch von der EU

In der Woche vom 04.05.2015 bis 10.05.2015 fand sie wieder statt – die Europawoche. Die Europäische Union setzt in diesen Tagen auf Öffentlichkeitsarbeit und entsendet ihre Mitarbeiter an unterschiedlichste Schulen in ihren Heimatländern.

Herr Dr. Heiko Wagner – Richter am Landgericht Berlin (ruhend) und abgeordneter nationaler Experte der Generaldirektion Justiz und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission – besuchte daher Schüler/innen der Hans-Litten-Schule (Bildungsgänge ReNo-Fachangestellte bzw. Justizfachangestellte), um die Gelegenheit zu nutzen, anhand seines Werdegangs und seiner Aufgaben in der Europäischen Kommission das „Konstrukt“ EU den Schülern zu veranschaulichen und greifbarerer zu gestalten.

In der Europäischen Kommission - Generaldirektion Justiz - ist Herr Dr. Wagner zuständig für die Aus- und Fortbildung für Richter, Gerichtsvollzieher und weitere Organe der Rechtspflege. Zudem bearbeitet er das Thema Umweltstrafrecht. Dieser Bereich, in dem Dr. Wagner zusammen mit einem niederländischen Kollegen arbeitet, ist dafür verantwortlich, dass die Umweltrichtlinien in den EU-Mitgliedsstaaten auch eingehalten werden.

In seiner Funktion als Beauftragter für Aus- und Fortbildung ist es ihm ein besonderes Anliegen, der Öffentlichkeit –und damit auch den Schülern – die EU nahe zu bringen. Dr. Wagner bemängelte in diesem Zusammenhang, dass die Medien zu wenig und auch recht ungern über Themen der EU berichten. Freizeitangebote werden EU-Themen in den Medien vorgezogen. Dadurch dringt wenig Information besonders an jüngere Generationen, die jedoch eigentlich gerade die wichtige Zielgruppe sind. So berichtete er u.a. über die das Phänomen, die EU als „Wasserkopf“ darzustellen: Demnach beschäftigt die Kommission 34.000 Mitarbeiter. Demgegenüber steht Berlin mit gerade mal 114.000 Beschäftigten.

Dem Ziel, Aufklärung über die EU zu betreiben, widmete sich die Veranstaltung. Nach einer Vorstellung seiner Person (s.o.) wurden mehrere schüleraktivierende Übungen durchgeführt. Als unterhaltsamen Einstieg kreierten die Schülerinnen und Schüler unabhängig voneinander mittels zweier Begriffe, die sie mit der EU verbanden und auf die gegenüber liegenden Enden eines weißen DINA4-Blattes zu schreiben hatten, ein Dominospiel, dass zu interessanten Kombinationen führte, z.B. EURO – Freizügigkeit.

Bei der anschließenden Diskussion wurde dann noch auf  die Vereinheitlichung von Recht und Justiz in den Mitgliedsstaaten eingegangen. Als Schwerpunkte wurden der Europahaftbefehl und die Zwangsvollstreckung veranschaulicht.

Anschließend folgte ein weiteres schüleraktivierendes „Spiel“: Herr Dr. Wagner verteilte an jeden Schüler jeweils 5 Blätter buntes Papier auf dem jeweils ein Stichpunkt zu den Themen „An der EU gefällt mir, dass…“, Mich stört an der EU, dass …“, „Ich wüsste gerne…“, „Ich habe an der EU so wenig Interesse weil“, „In Zukunft ...“ geschrieben werden sollten. Jeder Schüler musste sich somit Gedanken machen und sich mit diesen Themen befassen. Um das Ergebnis zu veranschaulichen, sortierte Herr Wagner die jeweiligen Blätter zu den an der Pinnwand befestigten Deckblättern in gleicher Farbe. Wir stellten mit Erstaunen fest, dass es deutlich mehr positive Stichpunkte (insb. offene Grenzen) als negative Stichpunkte (Euro, EU als fernes, abstraktes Gebilde) gab. Viele Schüler gaben aber auch bekannt, dass sie sich aufgrund der Medien zu wenige Informationen beschaffen können und somit das Interesse darunter leidet.

Nachdem alle Karten an ein Pinboard geheftet wurden, verglich er die Antworten der Schüler mit den Ergebnissen einer öffentlich Befragung:

 

1. Stelle

42 % aller Befragten finden freie Grenzen gut.

2. Stelle

34 % gaben den Euro an; jedoch ist nicht ersichtlich, ob positiv oder negativ gemeint.

3. Stelle

27 % gaben negativ die Geldverschwendung der EU an.

4. Stelle

Es wird der Frieden als sehr positiv gesehen.

5. Stelle

Negativ wird die Bürokratie angesehen.

Dies deckte sich auch wieder weitestgehend mit den Antworten der anwesenden Schüler. Die noch aufkommenden Fragen wurden vom Dozenten aufgenommen und versucht zu beantworten.

 Am Ende wurde ein Quiz mit 16 Multiple Choice-Fragen gespielt.

Die Schüler wurden dafür in 4 Gruppen eingeteilt. Die Fragen waren allgemein zur EU gestellt und die Schüler konnten den größten Teil beantworten. Alle Teilnehmer konnten sich am Ende der Veranstaltung Mitbringsel mit dem Logo der EU aussuchen. Nachdem die Schüler in drei Gruppen eingeteilt wurden, begann das EU-Quiz. Es gab 16 Fragen, die jeweils innerhalb von 45 Sekunden gelöst werden mussten. Dass es da zu heftigen Diskussionen in den Gruppen und zu Zeitnot kommen würde, war vorherzusehen. Jede Gruppe suchte nach einer geeigneten Antwort und beriet sich. Gespannt warteten alle auf die Lösungen und so manch einer wunderte sich über die richtige oder auch falsche Antwort. Fleißig zählten die Gruppen ihre Punkte zusammen und verkündeten diese nacheinander. Das Gewinnerteam durfte sich mit Preisen beschenken lassen. Natürlich gab es auch für die anderen beiden Teams kleine Preise mit EU-Bezug. Während der Siegerehrung wurde der EU-Rap vorgespielt, der uns musikalisch positiv überraschte und zahlreiche Ohrwürmer lieferte. Denn auch nach dem Verlassen des Vortrages hatten sich die Beats im Kopf breitgemacht.