Projekttag Gerechtigkeit in Zusammenarbeit mit dem Haus Kreisau

Eine Schülerin aus der Fachoberschule berichtet:

Am Donnerstag, 11. September 2014, um 08:00 Uhr trafen wir Gymnasiasten und Fachoberschüler uns im Haus Kreisau, Standort Charlottenburg. Herzlich wurden wir mit Kaffee und Tee in Empfang genommen, die Lehrer unsere Schule bemühten sich uns in Gruppen ein zuteilen. Um etwa 09:00 fanden wir uns dann alle in einem Saal zusammen, der Leiter der Veranstaltung nahm uns ebenso herzlich in Empfang und erklärte uns kurz den Tagesablauf.

Das Thema der Veranstaltung lautete "Gerechtigkeit".  

Die Gruppen suchten ihre Räume auf, jede Gruppe wurde von einem unserer Lehrer begleitet. In meinem Fall war es mein Wirtschaftswissenschaftslehrer Herr Ritz. Die erste Gruppe die wir besuchten war "Macht Biosprit hungrig?". Die Leiterin dieser Gruppe (siehe Foto!) versuchte uns spielerisch klar zu machen, warum Biosprit hungrig machen könnte. Da die Stoffe für den Biosprit in ärmeren Ländern angebaut und in wirtschaftlich besseren Ländern verkauft werden, sollte man meinen, die Arbeiten werden fair entlohnt. Das Gegenteil ist der Fall und die Arbeiter bekommen einen geringen, nicht lebensfähigen Lohn.

In der zweiten Gruppe saßen wir mit zwei Pfarrerinnen bzw. Seelsorgerinnen der JVA Tegel zusammen. In dieser Gruppe wurde klar, was "Unrecht & Recht" eigentlich wirklich bedeutet. Dort haben die zwei Frauen uns vor allem nahe bringen wollen wie nah "Recht und Unrecht" aneinander liegen. Zusammen haben wir viele Fälle besprochen, wir kamen schnell zu dem Entschluss, dass viele Sträflinge zu Recht in der JVA Tegel ihre Strafe absitzen müssen und das es einige wenige gibt, die zu Unrecht dort sitzen. Jedoch ist es nicht die Aufgabe der Seelsorgerinnen darüber zu entscheiden, wer zu Recht und wer Unrecht in der JVA Tegel sitzen muss und unsere ist es auch nicht. Die zwei Damen sind lediglich für die Männer da, damit die Sträflinge jemanden zum Reden haben.

In der dritten und letzten Gruppe wurde dann das Thema "Energiewelle und EEG" besprochen. Dort wurde uns eher erklärt was die Energiewelle ist und was sie für uns Normalbürger bedeutet. Wir besprachen die einzelnen erneuerbaren Energien und auch hier war das Thema "Unrecht und Recht" Mittelpunkt der Gruppe. "Ist es gerecht, dass ärmere Haushalte keine Wahl habe welchen Anbieter sie wählen, sondern ihnen einer zugeteilt wird der womöglich auch noch teuer ist?".

Alles in allem war die Veranstaltung sehr interessant und lehrreich. Leider durfte jede Gruppe nur 3 von 6 Thematiken besuchen, die anderen Themen hätten mich auch sehr stark interessiert. Durch meine Mitschüler erfuhr ich, dass sowohl eine Polizistin, als auch ein Rechtsanwalt und ein Richter vor Ort waren. Meine Mitschüler waren überwiegend sehr begeistert und auch in deren Gruppen war immer wieder der Mittelpunkt "Was ist Unrecht & was ist Recht?".

Nadine Janeg Werner
Schülerin der FOS 41