Bericht des Brüssel-Seminars 2016

 

Bericht von Stephanie Rändler

Bereits auf dem Weg in unsere Jugendherberge „De Waterman“ konnten wir einen großen Teil der Stadt Brüssel im frühen Morgengrauen bewundern. Nach dem Eintreffen in unser Wohnquartier und einer Stärkung durch ein ausgiebiges Croissants-Frühstück, machte sich ein Teil der Gruppe nach einer kurzen Erfrischung auf unseren eingeteilten Zimmern sodann auf die Suche nach einem Supermarkt. Nach einer gefühlten Weltreise stapften wir mit vollen Einkaufsbeuteln beladen wieder zurück, wo uns bereits die restlichen Seminarteilnehmer erwarteten. Nach dem Verstauen der Lebensmittel in der eigenen Küche und der kurzen Zusammenstellung eines Lunch-Paketes, stellten uns die Seminarleiter, Frau Fischbock und Herr von Heidenfeld mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Jaenicke, das Tagesprogramm vor und besprachen weitere organisatorische Angelegenheiten. Schließlich machten wir uns auf den Weg in die Brüsseler Innenstadt zu einer besonderen Sightseeing-Tour, bei der wir unsere eigenen Guides des historischen Stadtkerns waren. Die im Vorfeld vorbereiteten Informationen führten uns vom berühmten „Grand Place/Grote Markt“ mit seiner barocken Fassadenfront und dem gotischen Rathaus, vorbei am „Maneken Pis“ im Fußballtrikot durch die „Galeries Royales Saint-Hubert“, einer extravaganten Ladenpassage, bis hin zu der gotischen Kathedrale „ St. Michaele et Gudule“. Von dort aus gingen wir zu unserem ersten offiziellen Termin mit der Vertretung von Berlin in Brüssel, bei dem wir bei Tee und Kaffee von Frau Önel, der aktuellen Berlin-Vertreterin, über die Rolle und Arbeit ihres Büros im Bereich der Justizpolitik aufgeklärt wurden und die Möglichkeit nutzten, ihr reichlich Fragen zu stellen. Nach einem anschließenden Abendessen fielen die Meisten von uns vor Erschöpfung relativ früh von allein ins Bett. Der nächste Tag begann sehr früh, da wir bereits 10 Uhr unseren ersten Termin hatten. Im Parlamentarium erwartete uns nach einem Rollenspiel, bei dem wir am eigenen Leib in der Rolle als EU-Abgeordneter den Prozess der Gesetzgebung auf europäischer Ebene durchliefen, ein virtueller Rundgang durch die Institution der EU. Nach einer kurzen Mittagspause erwartete uns ein Besuch im danebengelegenen Europäischen Parlament, wo wir im Plenarsaal zunächst von Pacel Cernov , einem Mann, der unglaubliche 13 Sprachen fließend spricht, empfangen wurden. Nach einer kurzen Unterhaltung über den Ablauf einer Parlamentssitzung und der damit verbundenen Arbeit der Dolmetscher, übergab er uns der EU-Abgeordneten Frau Sylvia-Yvonne-Kaufmann, welche uns etwas über die Struktur und Arbeitsweise des Europäischen Parlaments und das Leben als EU-Abgeordnete erzählte. Dabei kamen wir auch mit ihrer Assistentin ins Gespräch. Diese schloss, wie sich während der Unterhaltung her-ausstellte, vor wenigen Jahren ihre ReNo-Ausbildung in unserer Hans-Litten-Schule ab. Nach einem stärkenden Frühstück erwartete uns am nächsten Tag der Besuch bei ei-ner Zweigstelle der Europäischen Kommission. Auf dem Weg dorthin hielten wir kurz am Brüsseler Königspalast, bei dem wir die Ankunft des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon miterlebten und einen kurzen Blick auf ihn erhaschen konnten. Nach einem Gespräch mit Herrn Wagner von der Europäischen Kommission und einer kleinen Mittagspause machten wir uns sodann auf den Weg in das Büro der Bundesnotarkammer in Brüssel, wo wir uns nach einem netten Empfang einen Vortrag von Herrn Schall über die Arbeitsweise von Notaren im europäischen Vergleich anhörten und anschließend mit ihm bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kamen. Ab dem späten Nachmittag hatten wir dann Zeit, Brüssel auf eigene Faust zu erkunden. Während einige den bekanntesten Pommes-Imbiss Brüssels „Antoine“ aufsuchten, genossen andere die leckeren berühmten belgischen Waffeln in der Brüsseler Altstadt. Gestärkt ging es dann am nächsten Tag zum Besucherzentrum und Hauptzentrale der Europäischen Kommission, wo wir einen Einblick über die Zusammenarbeit der Europäischen Institutionen bekamen und uns mit aktuellen europäischen Belangen, wie z.B. dem Brexit, auseinandersetzten. Anschließend besuchte ein Teil der Gruppe das Atomium, ein Eisenmolekül in 165-milliardenfacher Vergrößerung, welches zur „Expo `58“ errichtet wurde. Am letzten Abend vor der Abreise stürzten sich einige in das abendliche Getümmel der Innenstadt und fieberten in einem Irish Pub zusammen mit Einheimischen beim deutschen EM-Fußballspiel mit. Am Tag der Abreise besuchte uns Herr Bucuras von JEF, erzählte uns von seiner Arbeit bei JEF und erklärte uns die wichtige politische Rolle von Jugendlichen und deren Engagement auf europäischer Ebene. Nach einem schlussendlichen Putzen unserer sehr kreativ eingerichteten Zimmer und einem letzten Resümee der gesamten Brüssel-Reise machten sich viele bereits auf die Heimreise, während andere den letzten Tag in der facettenreichen Hauptstadt Belgiens bei einem abschließendem Gang durch die Altstadt ausklingen ließen.